{"id":4757,"date":"2025-09-17T14:17:59","date_gmt":"2025-09-17T12:17:59","guid":{"rendered":"https:\/\/jugendherbergen-im-rheinland.de\/newsblog\/?p=4757"},"modified":"2025-10-30T11:06:37","modified_gmt":"2025-10-30T10:06:37","slug":"tierisch-stark-wie-tiergestuetzte-erlebnispaedagogik-kinder-wachsen-laesst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/jugendherbergen-im-rheinland.de\/klassenfahrten-2025\/en\/2025\/09\/17\/tierisch-stark-wie-tiergestuetzte-erlebnispaedagogik-kinder-wachsen-laesst\/","title":{"rendered":"Beastly strong: How animal-assisted experiential education helps children grow"},"content":{"rendered":"

\u201eTiere sind f\u00fcr Kinder ein wunderbares Medium, um aus sich herauszukommen \u2013 eben Grenzen zu \u00fcberwinden.\u201c (Arnim Pietralla, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer „Eifelzeit“)<\/p><\/blockquote>\n

Ob sch\u00fcchtern, \u00fcberdreht oder unsicher \u2013 Tiere erreichen Kinder oft dort, wo Worte allein nicht ausreichen. Deshalb sind sie ein zentraler Bestandteil der erlebnisp\u00e4dagogischen Programme von \u201eEifelzeit<\/a><\/strong>„, einem langj\u00e4hrigen Programmpartner der Jugendherbergen im Rheinland. Beim 3- oder 5-t\u00e4gigen Klassenfahrtprogramm \u201eMit Hand und Huf\u201c<\/a><\/strong> stehen die Begegnungen zwischen Tieren und Kindern sogar im Mittelpunkt.<\/p>\n

Meerschweinchen als sanfter Einstieg<\/h2>\n

Die ersten Begegnungen sind bewusst ruhig gestaltet. \u201eDie Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler bekommen Meerschweinchen auf den Scho\u00df, aber nicht einfach auf einem Handtuch, wo sie weglaufen k\u00f6nnten. Die Tiere sind speziell trainiert und sitzen in Tritthockern \u2013 so, dass sie sich wohlf\u00fchlen. Die Meerschweinchen werden verw\u00f6hnt, etwa durch Musik im Hintergrund, Futter und Streicheleinheiten an den Stellen, an denen sie sich auch gegenseitig pflegen. So entwickeln die Tiere Vertrauen \u2013 und das sp\u00fcren die Kinder“, erkl\u00e4rt Arnim Pietralla, Sonderp\u00e4dagoge und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer bei „Eifelzeit“.<\/p>\n

Gerade f\u00fcr zur\u00fcckhaltende Kinder ist das ein sanfter Zugang. Sie erleben N\u00e4he, Achtsamkeit \u2013 und lernen, Verantwortung zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n

Bartkaninchen \u2013 N\u00e4he auf Augenh\u00f6he<\/h2>\n

Ein besonderes Highlight sind die belgischen Bartkaninchen, sagt Arnim Pietralla. \u201eSie wiegen rund sechs Kilo und sehen mit ihrem zotteligen Bart aus wie eine Mischung aus Kaninchen und L\u00f6we. Diese Tiere hoppeln frei zwischen den Kindern herum. [\u2026] Sie lassen sich nicht so einfach hochheben. Das ist gut, weil das auch ein respektvolleres Verhalten durch die Kinder gegen\u00fcber den Tieren f\u00f6rdert.\u201c<\/p>\n

Wenn die Kaninchen L\u00f6wenzahn direkt aus der Hand fressen, ist das f\u00fcr viele ein eindrucksvolles Erlebnis \u2013 N\u00e4he ohne Zwang.<\/p>\n

Ein Tag auf dem Bauernhof<\/h2>\n

Auch praktische Aufgaben geh\u00f6ren dazu. \u201eAm zweiten Tag fahren wir mit dem Shuttlebus von der Burg Blankenheim aus auf unseren Bauernhof. Dort verbringen die Kinder den ganzen Tag mit H\u00fchnern, Enten und anderen Tieren. Sie lernen, wie man Tiere f\u00fcttert, versorgt und die St\u00e4lle ausmistet. Das geh\u00f6rt dazu, um eine sch\u00f6ne Zeit mit den Tieren zu haben“, so Pietralla.<\/p>\n

So erfahren die Kinder, dass Verantwortung und Freude untrennbar zusammengeh\u00f6ren.<\/p>\n

Die \u201eSchafari\u201c mit Schafen<\/h2>\n

Bei der \u201eSchafari\u201c macht die Klasse eine Safari zu den Schafen. Bei der Begegnung mit Schafen ist oft Mut gefragt. Arnim Pietralla berichtet von einem Programm mit Kindern aus einem sozial benachteiligten Viertel. Die Kinder lebten in Hochhaussiedlungen und waren noch nie richtig in der Natur und mit Nutztieren zusammen gewesen: \u201eBevor sie zu den Tieren konnten, musste ich die Kinder erst einmal beruhigen, obwohl es sich nur um kleine bretonische Zwergschafe handelte. Die wiegen vielleicht zw\u00f6lf Kilo und trotzdem hatten die Kinder zun\u00e4chst gro\u00dfe Angst. Da muss man langsam und Schritt f\u00fcr Schritt herangehen […]. Wenn sich dann aber Kontakte zwischen den Kindern und den Tieren aufbauen, dann geht das echt zu Herzen.\u201c<\/p>\n

Vertrauen w\u00e4chst Schritt f\u00fcr Schritt \u2013 und damit auch das Selbstbewusstsein der Kinder.<\/p>\n

Kreativit\u00e4t mit Naturmaterialien<\/h2>\n

Im Anschluss geht es ans Gestalten: \u201eAm dritten Tag arbeiten wir mit Wolle in der Wollwerkstatt und bauen gemeinsam mit den Kindern Insektenhotels“, erkl\u00e4rt der Sonderp\u00e4dagoge.\u00a0Dabei verbinden sich Handwerk, Naturwissen und Kreativit\u00e4t \u2013 eine wertvolle Erg\u00e4nzung zu den Tierbegegnungen.<\/p>\n

Wanderung mit Ziegen \u2013 eine Geduldsprobe<\/h2>\n

Zum Abschluss wartet eine besondere Erfahrung, verr\u00e4t Arnim Pietralla. \u201eIn den Pausen machen wir eine Wanderung mit unseren Ziegen. Dort lernen die Kinder, sich in Geduld zu \u00fcben, weil Ziegen sich gern umschauen und schnuppern. Da dauert die f\u00fcr 20 Minuten angesetzte Wanderung in der Regel etwas l\u00e4nger als gew\u00f6hnlich.\u201c<\/p>\n

Die Kinder lernen: Nicht alles l\u00e4uft nach Plan \u2013 und Gelassenheit ist oft der beste Weg ans Ziel.<\/p>\n

Fazit<\/h2>\n

Tiergest\u00fctzte Erlebnisp\u00e4dagogik vermittelt Kindern Respekt, Verantwortungsbewusstsein und Selbstvertrauen. Vom vorsichtigen Kontakt mit Meerschweinchen bis hin zur Ziegenwanderung \u2013 die Begegnungen helfen \u00c4ngste abzubauen, Achtsamkeit zu entwickeln und soziale Kompetenzen zu st\u00e4rken.<\/p>\n