Abenteuer statt Arbeitsblätter: Erlebnispädagogik auf Klassenfahrt
Wie stärkt man Kinder nachhaltig? Arnim Pietralla, Geschäftsführer von „Eifelzeit“ – einem pädagogischen Programmpartner der Jugendherbergen im Rheinland – setzt auf Erlebnispädagogik. Im Interview mit dem Bildungsmagazin „News4teachers“ erklärt der Sozialpädagoge, wie Klassenfahrten in die Jugendherberge Burg Blankenheim zu echten Abenteuern werden – und warum gerade zurückhaltende oder Kinder mit Belastungen davon besonders profitieren.
Erlebnispädagogik erklärt
„Es geht im Kern darum, gemeinsam Erfahrungen zu machen und diese bewusst zu erleben. Ein Erlebnis kann zum Beispiel der Bau einer Brücke oder einer Konstruktion sein. Es kann aber ebenso der Kontakt zu einer kleinen Schafherde oder zu einem einzelnen Tier sein. Dazu zählen auch kooperative Abenteuerspiele – die sogenannten Ko-ops. Dabei kann ein Ziel nur gemeinsam erreicht werden, und es gibt keine Verlierer.“
Statt Arbeitsblättern stehen gemeinsame Erlebnisse im Mittelpunkt: Ritterturniere, Wappenkunde, Kooperationsspiele, Wanderungen mit Ziegen oder der Kontakt zu Meerschweinchen und Bartkaninchen.
Teamgeist statt Wettkampf
„Man kommt nur ans Ziel, wenn man sich zusammenschließt, mit den Stärken der Einzelnen arbeitet oder Schwächen überwindet und daraus Stärken macht. Daraus kann etwas Großartiges entstehen.“
Gerade zurückhaltende Kinder oder solche mit Förderbedarf profitieren von diesen Erfahrungen. Reflexion ist dabei ein zentraler Bestandteil: Was möchte ich erleben? Welche Stärken bringe ich ein? So entstehen Lernerfahrungen, die über den Moment hinaus Wirkung zeigen.
Abenteuer Burg Blankenheim
„Elemente aus dem Mittelalter lassen sich, wenn man sie gut verpackt, hervorragend für erlebnispädagogische Angebote nutzen.“
Die 900 Jahre alte Burg Blankenheim ist ein authentischer Lernort mit Geheimgängen, Gewölbekellern und historischen Kulissen. Besonders beliebt ist das Ritterturnier: An verschiedenen Stationen treten die Kinder als kleiner Orden an und erreichen ihr Ziel nur gemeinsam. Am Ende erhalten alle eine Urkunde – und den feierlichen Ritterschlag. Auch Wappenkunde gehört dazu: Jedes Kind gestaltet sein eigenes Wappen, das beim Turnier zum Einsatz kommt. Mit Rollenspielen rund um das Burggespenst oder beim Basteln kleiner Stoffgespenster erleben die Kinder Geschichte hautnah. Immer gilt: Alles ist nur im Team zu schaffen – und nur gemeinsam kommen die Teilnehmenden ans Ziel.
Lernen mit Tieren
„Tiere sind für Kinder ein wunderbares Medium, um aus sich herauszukommen – eben Grenzen zu überwinden.“
Auch Tiere spielen eine zentrale Rolle: von Meerschweinchen über belgische Bartkaninchen bis hin zu Schafen, Ziegen und Hühnern. Die Kinder lernen Verantwortung zu übernehmen, Geduld zu üben und Vertrauen aufzubauen – wichtige soziale Kompetenzen, die im Schulalltag oft zu kurz kommen.
Fazit:
Erlebnispädagogik macht Klassenfahrten zu Lernmomenten mit Kopf, Herz und Hand. Sie schafft Erfahrungen, die bleiben – und Kinder nachhaltig stärken.
Das ganze Interview mit Arnim Pietrulla könnt ihr beim Bildungsmagazin NEWS4TEACHERS lesen.