„Die Frage, ob der Mensch gut oder böse ist, bleibt unentschieden“

Anlässlich der exklusiven Preview des neuen investigativen ARD-Thrillers „Verschollen“ von Regisseur Daniel Harrich war auch Schauspieler Axel Milberg in der Naturerlebnis-Jugendherberge „Panarbora“ zu Gast. Kurz bevor in Belém die Weltklimakonferenz startete, bot sich im Bergischen Land ein besonderer Rahmen für Austausch und Einordnung. Bei einem gemeinsamen Rundgang über den Baumwipfelpfad und den 40 Meter hohen Aussichtsturm kam Cathrin Arnemann vom DJH- Rheinland mit Axel Milberg ins Gespräch. Mit Blick über die herbstlichen Wälder des Bergischen Landes entstand eine gedankliche Brücke zu den Wäldern Brasiliens. Es ging um Gut und Böse, um die Wirkung von Filmen – und darum, warum selbst nasse Socken beim Floßbauen manchmal den Blick auf das Wesentliche schärfen.


Sowohl der Thriller „Verschollen“ als auch „Verschollen – die Doku“ wurden während der Weltklimakonferenz in Belém im Ersten ausgestrahlt und sind aktuell in der ARD Mediathek zu sehen.


Cathrin Arnemann: Axel Milberg, was hat dich am Drehbuch von „Verschollen“ gereizt?



Axel Milberg: Es geht in diesem Thriller darum, dass unter dem Deckmantel des Klimaschutzes Urwald zerstört, Menschen vertrieben und angebliche Aufforstungsprojekte zum Kampf gegen die Klimakrise aus wirtschaftlichen und politischen Interessen durchgesetzt werden – sehr folgenreich und übel. Von der Notwendigkeit dieses investigativen Spielfilms hat mich Daniel Harrich sofort überzeugt. Der Spielfilm „Verschollen“ weckt das große Interesse für die Fakten dahinter. So erreichen wir mehr Menschen, um aufzurütteln, aufzuklären und diese Ungerechtigkeit zu stoppen. Politisch und international zu stören, dabei ist Daniel Harrich der erste überhaupt, der darauf aufmerksam macht!


Cathrin Arnemann: Wie sehr häufig bei deinen Rollen und Filmen geht es – genauso wie in „Verschollen“ – am Ende um die Frage, ob der Mensch an sich gut oder schlecht ist. Was würdest du auf diese Frage antworten?



Axel Milberg: Meine Antwort ist ganz klar: er ist beides, es kommt auf die Situation an. Deswegen Gelegenheiten besser gar nicht erst zulassen, in denen das Böse übernimmt, weil möglicherweise belohnt wird, was sonst bestraft wird.


Für meine Arbeit ist es wichtig, supergenau hinzuschauen und jede Chance zu ergreifen, ein bisschen aufzuklären, auch zu zeigen, wie hässlich das Böse aussieht. Ich selber lerne ja auch viel dabei. Ein Film kann einen da prägen, für das weitere Leben einen Unterschied machen.


Cathrin Arnemann: Wir bieten in unseren Jugendherbergen besondere erlebnispädagogische Programme in der Natur und in der Gemeinschaft an: Wenn ein Kind sich beim Floßbau nasse Füße holt oder beste Freunde bei uns am Lagerfeuer sitzen und Stockbrot backen – ist das auch eine solche Prägung? Können diese Angebote für Kinder und Jugendliche dabei helfen, das Gute im Menschen zu fördern?



Axel Milberg: Ich glaube schon. Was ich mit meiner Arbeit des fiktiven Storytellings erreichen möchte, fördert das DJH, indem ihr für Kinder und Jugendliche die Natur erlebbar und – im wahrsten Sinne des Wortes – mit nassen Socken spürbar macht. Diese Prägungen fördern eine respektvolle Haltung der Kinder und Jugendlichen gegenüber der Natur und das Verhalten in der Gemeinschaft.


Cathrin Arnemann: Es macht mich stolz, dass wir auf diese Weise das gleiche Ziel verfolgen. Danke für diesen sehr philosophischen Gedankenaustausch. Für dich und deine Arbeit wünschen wir alles Gute.


Axel Milberg: Ich bedanke mich auch bei dir und allen beim DJH für eure tägliche große Leistung.

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