Grün-Gelb verbindet: Die Kremper Fahnenschwenker beim Düsseldorfer Karneval

Wenn sich am Karnevalswochenende ein Reisebus mit 50 gut gelaunten Norddeutschen auf den Weg ins Rheinland macht, dann ist klar: Die Kremper Fahnenschwenker fahren nach Düsseldorf. Seit inzwischen zehn Jahren – die Corona-Zeit einmal ausgenommen – gehören sie während der tollen Tage fest zu den Gästen der Jugendherberge Düsseldorf.

 

Was als Freundschaft zwischen dem Düsseldorfer Karnevalisten Klaus Hinkel und Jörg Stotz aus Krempe begann, ist längst zu einer lebendigen Tradition geworden. 2016 schwenkten die Kremper erstmals ihre grün-gelben Fahnen im Rosenmontagszug Düsseldorf – vor jubelndem Publikum und mit Zugabe-Rufen. Ein Moment, der bis heute nachwirkt.

230 Jahre gelebtes Brauchtum

Die Wurzeln der Kremper Fahnenschwenker reichen weit zurück. Erste Niederschriften stammen aus dem Jahr 1796. Sie sind Teil der Alte Kremper Stadtgilde von 1541 e.V., die in diesem Jahr ihr 485. Jubiläum feiert.

 

In Krempe, der kleinsten Stadt Schleswig-Holsteins mit rund 2.400 Einwohnern, ist das Fahnenschwenken weit mehr als ein Hobby. Es ist Identität, Stolz und generationsübergreifende Gemeinschaft. Ziel der Gilde ist die Pflege von Traditionen – ganz ähnlich wie im Karneval. So verweben sich norddeutsches Sommerbrauchtum und rheinischer Winterkarneval auf ganz besondere Weise.

 

„Die kleine Stadt Krempe ist für ihr Fahnenschwenken sehr bekannt – es macht uns sehr stolz, diese Tradition weiterzuführen und unsere Stadt zu repräsentieren“, sagt Obmann Christian Keppner. Rund 45 Aktive gehören derzeit zur Gruppe: Jungfahnenschwenker, Jungtamboure, erfahrene Schwenker, Tamboure sowie Helfende.

Spektakuläre Würfe und echte Highlights

Im Unterschied zu Fahnenschwingern setzen die Kremper bewusst auf das Schwenken – mit hohen Würfen, schnellen Wechseln und anspruchsvoller Technik. Das macht ihre Auftritte besonders dynamisch und mitunter auch riskant.

 

Ein echtes Highlight ist die Übung „Mühle“: Jeder Schwenker hält zwei Fahnen, gemeinsam bewegen sich alle in die Mitte – und plötzlich entsteht das Bild einer großen, rotierenden Windmühle aus Stoff und Bewegung. Ein weiterer Höhepunkt ist der sogenannte Zitronenwurf, der ausschließlich beim Gildefest von den vier dienstältesten Fahnenschwenkern gezeigt wird: Eine Fahne fliegt in die Luft, eine Zitrone hinterher, die Fahne wird gefangen – und die Zitrone im Flug mit einem Säbel geteilt. Präzision, Timing und Nervenstärke sind hier gefragt.

 

Begleitet werden die Fahnenschwenker am liebsten von ihrer eigenen Tambourgruppe, beim großen Gildefest zusätzlich von der Kremper Stadtkapelle.

Karnevalswochenende mit festen Ritualen

Der Ablauf in Düsseldorf folgt inzwischen festen Traditionen: Am Samstagmorgen startet der Bus in Krempe, am Abend geht es traditionell in die Brauerei Schumacher. Der Sonntag steht im Zeichen des Straßenkarnevals oder einer Sitzung der Große KG von 1890. Am Rosenmontag marschieren die Kremper schließlich im großen Rosenmontagszug mit, schwenken ihre Fahnen oder werfen Kamelle – ein unvergessliches Erlebnis.

 

Der Unterschied zu ihrer Heimat? Während Düsseldorf Karneval in großen Dimensionen feiert, ist das Brauchtum in Krempe familiärer. Viele Veranstaltungen werden privat organisiert oder auf dem Marktplatz gefeiert. Doch im Kern geht es um dasselbe: Gemeinschaft, Tradition und das gemeinsame Erleben von Kultur.

Ein Zuhause auf Zeit

Warum kommen die Kremper jedes Jahr wieder in die Jugendherberge Düsseldorf? Die Antwort fällt eindeutig aus. „Unsere Erwartungen wurden beim ersten Mal übertroffen – und das hat sich über die Jahre gehalten“, sagt Jörg Stotz. Neben dem guten Preis-Leistungs-Verhältnis schätzen sie vor allem die Herzlichkeit, die Offenheit und das Miteinander.

 

Viele persönliche Begegnungen sind in Erinnerung geblieben – Begegnungen voller Nähe, Freundlichkeit und echter Gemeinschaft.

Nachwuchs willkommen – Blick in die Zukunft

Wer Lust hat, Teil dieser besonderen Gemeinschaft zu werden, ist grundsätzlich willkommen. Wichtig sind sportliches Geschick fürs Fahnenschwenken und vor allem Freude an Tradition und Zusammenhalt. Auch „Buten-Kremper“, also Menschen von außerhalb, können mitmachen. Für die Zukunft wünschen sich die Kremper vor allem Nachwuchs, der das Brauchtum weiterträgt – damit die Gilde und das Fahnenschwenken noch viele Generationen überdauern.

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