Mit Herz, Trommelwirbel & Tradition: Der Spielmannszug Klein Nordende-Lieth zu Gast in Düsseldorf

Wenn 32 Nordlichter mit Trommeln, Flöten und jeder Menge guter Laune im Gepäck nach Düsseldorf reisen, dann ist klar: Der Spielmannszug Klein Nordende-Lieth ist wieder da. Seit Jahrzehnten gehört der Karnevalsbesuch in der Jugendherberge Düsseldorf für den Verein fest zum Jahreskalender – und längst auch ein bisschen zum Familiengefühl.

„Wir sind nicht perfekt – aber mit ganz viel Herz dabei“

Klein Nordende liegt rund 30 Kilometer westlich von Hamburg, zählt etwa 3.300 Einwohner – und seit 1964 einen eigenen Spielmannszug. Sylvia Stehr, seit über 30 Jahren dabei und Vorsitzende des Vereins, beschreibt den Verein vor allem mit einem Wort: herzlich.

 

„Wir wollen keinen Perfektionismus um jeden Preis. Wir wollen, dass alle Spaß haben, sich entfalten können und sich wohlfühlen.“

 

Dass das mehr ist als ein schöner Satz, zeigt eine berührende Rückmeldung neuer Mitglieder: Eine Familie, die aus einem aufgelösten Nachbarverein dazukam, bedankte sich mit den Worten, sie habe im Spielmannszug „eine neue Heimat“ gefunden. Genau darum geht es dem Verein.

Seit 1976 im Düsseldorfer Karneval dabei

Schon 1976 fuhr der Verein erstmals zum Karneval nach Düsseldorf – initiiert vom damaligen Vereinsgründer. Nach den ersten Jahren führte der Weg in die Jugendherberge am Rhein. Und dort übernachtet der Verein noch heute.

 

Die Lage direkt gegenüber der Altstadt, die kurzen Wege, die herzliche Aufnahme – all das hat den Ausschlag gegeben. Der Spielmannszug hat sogar den Umbau der alten zur heutigen Jugendherberge miterlebt. „Das gehört für uns einfach dazu“, sagt Sylvia Stehr.

 

Viele erinnern sich noch an „Treppengespräche“ im alten, verwinkelten Haus. Und auch an die legendären, selbstgeschriebenen Büttenreden, die vor mehr als 20 Jahren bei feuchtfröhlichen Zimmerfeten in der alten Jugendherberge vorgetragen wurden. Zur 25. Karnevalsfahrt reiste der Verein sogar mit einer selbstgebauten Klapp-Bütt – einer transportablen kleinen Rednerbühne – im Bus an. Heute freuen sich alle über die modernen Räume – und darüber, dass sie hier nicht nur untergebracht sind, sondern willkommen.

Verlässlich, vertraut – fast wie ein zweites Zuhause

Über die Jahre sind echte Verbindungen entstanden. Für das traditionelle kleine Konzert, das immer am Sonntag vor Rosenmontag in der Jugendherberge stattfindet, kommen Mitarbeitende sogar in der Freizeit vorbei – und tanzen mit.

 

Dieses Konzert hat Kultstatus. Was einst als kurze Probe auf dem Vorplatz begann, ist heute ein fröhliches Mini-Konzert mit Karnevalsstimmung für Gäste und Team.

 

Sogar privat führt der Weg immer wieder hierher: Auf einer Radreise von Konstanz nach Bremen machte Sylvia Stehr selbstverständlich Station in Düsseldorf. „Am Rhein entlangfahren und nicht hier übernachten – das ging natürlich nicht.“

Von Köln zurück nach Düsseldorf

Zunächst marschierte der Spielmannszug elf Jahre im Düsseldorfer Rosenmontagszug. Von 1987 bis 2018 nahm er dann am Rosenmontagszug in Köln teil – wohnte aber weiterhin in Düsseldorf. Eine Stunde Busfahrt am Morgen, eine Stunde zurück am Abend: „Tagsüber Kölsch, abends Alt – das hatte auch was“, erinnert sich Sylvia Stehr lachend. Erst seit 2019 marschieren die Norddeutschen wieder im Düsseldorfer Rosenmontagszug.

 

Zusätzlich spielen sie in Gerresheim – eine Station, die ihnen besonders ans Herz gewachsen ist.

 

Direkt nach dem Rosenmontagsumzug in Düsseldorf geht es wieder mit dem Bus Richtung Norden. Der Bus ist teuer – da zählt jede Stunde. Aber der Karneval in Düsseldorf? Der bleibt unbezahlbar.

Eine Geschichte wie aus dem Karnevalsbuch

Eine besonders schöne Anekdote schreibt das Leben selbst: Seit 2023, nach der Corona-Pause, fährt eine neue Busfahrerin den Verein. Auf ihrer ersten Fahrt mit dem Spielmannszug – kurz bevor die Gruppe wieder zu Hause ankam – erzählte sie Sylvia Stehr, ihr Opa sei Mitglied im Spielmannszug Klein Nordende-Lieth gewesen. 

 

Die Überraschung: Sie ist die Enkelin des Vereinsgründers. „Da musste ich mich erst mal setzen“, sagt Stehr. Die Welt ist eben manchmal klein – besonders im Karneval. In diesem Jahr unterschrieb sie bei der Rückkehr sogar ihr eigenes Eintrittsformular und ist nun selbst Mitglied des Vereins.

 

Wenn der Spielmannszug Klein Nordende-Lieth also wieder Trommeln und Flöten durch die Düsseldorfer Straßen klingen lässt, dann ist das weit mehr als ein Auftritt. Es ist gelebte Tradition, gewachsene Freundschaft – und ein Stück rheinisch-norddeutsche Karnevalsgeschichte.

 

Und für die Jugendherberge? Jedes Jahr aufs Neue ein ganz besonderes Wiedersehen.

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