Currywurst, Hochöfen und ganz viel Grün: So erlebt ihr das Ruhrgebiet
Currywurst, Fördertürme, Hochöfen – und dazwischen erstaunlich viel Natur: Das Ruhrgebiet lebt von Gegensätzen. Der Tag der Currywurst am 22. September ist ein guter Anlass, den „Pott“ einmal genauer unter die Lupe zu nehmen.
Denn ausgerechnet Duisburg erhebt inzwischen Anspruch darauf, Geburtsort des beliebten Imbissklassikers zu sein. Von dort ist es nur ein kleiner Schritt zu einigen der spannendsten Ausflugsziele der Region.
Warum wird der Tag der Currywurst am 22. September gefeiert?
Der 22. September erinnert an den Duisburger Gastronomen Johann Peter Hildebrand, besser bekannt als „Peter Pomm“, der am 22. September Geburtstag hat. In ihrem Buch „Alles Currywurst – oder was?“ gehen Tim Koch und Gregor Lauenburger der Herkunft der Currywurst nach. Nach ihren Recherchen soll Johann Peter Hildebrand bereits 1936 in Duisburg Bratwurst mit Tomatensauce und Currypulver serviert haben.
An diese Geschichte erinnert seit dem 22. September 2025 auch eine Gedenkplakette an Peter Pomm’s Pusztetten-Stube in Duisburg-Marxloh. Die Currybude gibt es bis heute – und sie eignet sich damit ziemlich gut als Startpunkt für einen Streifzug durch den Pott.
Welche Ausflugsziele im Ruhrgebiet sollte man gesehen haben?
Wer von hier aus weiterzieht, bekommt schnell einen Eindruck davon, wie vielseitig das Ruhrgebiet ist. Zwischen Duisburg und Essen warten Industriekultur, ungewöhnliche Aussichtspunkte, Seen, Wälder und erstaunlich viel Grün. Gerade diese Mischung macht den Reiz des Ruhrgebiets aus: Alte Industrieanlagen werden zu Kultur- und Freizeitorten, Halden zu Aussichtspunkten und ehemalige Zechen zu Museen.
Warum lohnt sich der Landschaftspark Duisburg-Nord?
Im Landschaftspark Duisburg-Nord wird Industriegeschichte zum Erlebnis. Wo früher Roheisen produziert wurde, kann man heute zwischen Hochöfen, Rohrleitungen und alten Werkshallen spazieren und das Gelände auf eigene Faust entdecken.
Besonders eindrucksvoll ist der Blick vom Hochofen 5 über Duisburg und das westliche Ruhrgebiet. An Wochenenden und Feiertagen wird die ehemalige Industrieanlage nach Einbruch der Dunkelheit zudem eindrucksvoll illuminiert.
Mitten in dieser besonderen Kulisse liegt die Jugendherberge Duisburg Landschaftspark. Ob Ferienprogramm für Jugendliche, Klassenfahrt oder Familienaufenthalt: Die Industriekultur wird hier nicht nur angeschaut, sondern aktiv erlebt. Beim Ferienprogramm „Fit4Parkour“ etwa werden Stahlträger, Treppen, Rohre und Mauern des Landschaftsparks zum Trainingsgelände.
Was ist das Besondere an Tiger & Turtle?
„Tiger & Turtle – Magic Mountain“ sieht aus wie eine Achterbahn – ist aber eine begehbare Großskulptur. Auf der Heinrich-Hildebrand-Höhe, einer ehemaligen Halde, führen geschwungene Treppen immer weiter nach oben und eröffnen einen weiten Blick über Duisburg und die umliegende Industrielandschaft.
Nur der Looping bleibt unüberwindbar. Gerade das macht die ungewöhnliche Mischung aus Kunstwerk, Aussichtspunkt und vermeintlicher Achterbahn zu einem der bekanntesten Fotomotive der Stadt.
Wo zeigt sich das Ruhrgebiet von seiner grünen Seite?
Das Ruhrgebiet ist deutlich grüner, als sein Image aus Kohle und Stahl vermuten lässt. Wälder, Flüsse und Seen liegen häufig nur wenige Kilometer von ehemaligen Industrieanlagen entfernt.
Ein gutes Beispiel ist die Sechs-Seen-Platte im Duisburger Süden. Das größte Naherholungsgebiet der Stadt umfasst 283 Hektar Wasser, Wald und Wege. Rund 25 Kilometer Wege führen an den Seen entlang und eignen sich zum Spazieren, Joggen oder Radfahren; auf dem Wasser sind unter anderem Segeln und Kanufahren möglich.
Ganz in der Nähe liegt die Jugendherberge Duisburg Sportpark. Von hier aus lässt sich die grüne Seite Duisburgs gut mit den zahlreichen Sportmöglichkeiten rund um den Sportpark verbinden. Die Jugendherberge bietet Angebote für Familien, Schulklassen, Sport- und Tagungsgruppen.
Auch rund um Essen zeigt sich das Ruhrgebiet überraschend naturnah. Am Baldeneysee kann man spazieren, Rad fahren oder einfach eine Pause am Wasser einlegen.
Die Ferienfreizeit „Survival im Pott“ der Jugendherberge Essen nutzt genau diese Seite der Region: Mit Karte und Kompass geht es durch die Wälder, beim Klettern hoch hinaus und mit dem Kanu aufs Wasser. Ausblicke auf Baldeneysee, Villa Hügel und Zechentürme gehören dabei ganz selbstverständlich zusammen.
Auch Schulklassen, Familien und Tagungsgruppen finden in der Jugendherberge Essen passende Angebote. Ganz in der Nähe verläuft zudem der RuhrtalRadweg, der in diesem Jahr 20 Jahre alt wird und auf eindrucksvolle Weise zeigt, wie eng Natur und Industriekultur im Ruhrgebiet miteinander verbunden sind.
Mehr zum 20-jährigen Jubiläum des RuhrtalRadwegs und dazu, was ihn für Essen und die Region so besonders macht, erfahrt ihr in unserem Blogartikel – mit Einschätzungen von Markus Fischer, Leiter der Jugendherberge Essen.
Warum sollte man das UNESCO-Welterbe Zollverein besuchen?
Das UNESCO-Welterbe Zollverein in Essen gehört zu den bekanntesten Symbolen des Ruhrgebiets und verbindet Industriegeschichte, Architektur und Kultur. Auf dem rund 100 Hektar großen Gelände der ehemaligen Zeche und Kokerei befinden sich heute unter anderem das Ruhr Museum, das Red Dot Design Museum, Ausstellungen und verschiedene Kulturangebote.
Dabei lohnt sich Zollverein nicht nur für einen Museumsbesuch. Schon ein Spaziergang über das weitläufige Gelände führt vorbei an monumentaler Industriearchitektur und zeigt, wie stark sich das Ruhrgebiet in den vergangenen Jahrzehnten verändert hat.
Wie lässt sich ein Wochenende im Ruhrgebiet planen?
Duisburg und Essen lassen sich gut zu einem abwechslungsreichen Kurztrip verbinden. Industriekultur, Aussichtspunkte, Natur und typische Ruhrgebietsgeschichte liegen nah beieinander und sorgen dafür, dass zwei oder drei Tage schnell gefüllt sind.
- In Duisburg auf den Spuren der Currywurstgeschichte starten.
- Den Landschaftspark Duisburg-Nord erkunden und die alte Industriekulisse entdecken.
- Bei Tiger & Turtle den Blick über die Region schweifen lassen.
- In Essen die grüne Seite des Ruhrgebiets rund um den Baldeneysee erleben.
- Auf Zollverein in die Industriegeschichte des Reviers eintauchen.
Passende Ausgangspunkte sind die Jugendherbergen Duisburg Landschaftspark, Duisburg Sportpark und Essen. Von dort aus lässt sich der Pott auf ganz unterschiedliche Weise entdecken.
Und ob die Currywurst nun tatsächlich in Duisburg erfunden wurde? Darüber darf am Ende des Tages ruhig weiterdiskutiert werden. Sicher ist nur: Für einen Streifzug durchs Ruhrgebiet ist sie ein ziemlich guter Anfang.