Für demokratische Werte einstehen.

„In Daniel Harrichs Film „Verschollen“ geht es nicht nur um Umweltpolitik, sondern auch um die Frage, wie Fake News Inhalte verzerren und damit die Grundlagen unserer demokratischen Verständigung selbst angreifen.“

Oliver Mirring, Geschäftsführer des DJH-Landesverbandes Rheinland

Die gesellschaftliche Debatte zum Klimawandel ist längst mehr als ein wissenschaftlicher Streit – sie ist eine demokratische Belastungsprobe. Gezielte Desinformation säen Zweifel, relativieren wissenschaftliche Erkenntnisse und schüren Misstrauen gegenüber Institutionen. In sozialen Medien verstärken Algorithmen diese Dynamik, sodass populistische Akteure mit einfachen Antworten auf komplexe Probleme das Vertrauen in demokratische Prozesse gezielt untergraben. So zeigt die Klimadebatte exemplarisch, wie Fake News nicht nur Inhalte verzerren, sondern die Grundlagen demokratischer Verständigung selbst angreifen. Gerade in dieser Situation ist es umso wichtiger, Menschen für demokratische Werte und verantwortungsvolle Informationsbeschaffung zu sensibilisieren.

Für die Preview des Klima-Thrillers „Verschollen“ am 5. November 2025 kooperierte der DJH-Landesverband Rheinland mit dem WDR. Das umfangreiche Veranstaltungsprogramm umfasste einen Medienworkshop für Schüler*innen, einen Rundgang über den Baumwipfelpfad und eine Podiumsdiskussion für 60 geladene Gäste. Der DJH-Landesverband Rheinland konnte eine Plattform bereitstellen, auf der sich gesellschaftliches Engagement für den nachhaltigen Umgang mit der Natur und verantwortungsvolle Medienbildung verbinden.

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Das barrierefreie Video mit Audio-Deskription finden Sie unter verschollen-bf.jh-videos.de

Zwei Wälder, zwei Perspektiven

Schauplatz der Preview war die Jugendherberge Waldbröl „Panarbora“. Schauplatz von „Verschollen“ ist der brasilianische Regenwald. Zwei Orte an unterschiedlichen Enden der Welt, in denen Naturschutz und Klimawandel auf jeweils eigene Weise eine wichtige Rolle spielen. Während der Naturerlebnispark Panarbora ökologische Zusammenhänge aufzeigt und für den Schutz von Lebensräumen sensibilisiert, thematisiert Filmemacher und Investigativjournalist Daniel Harrich in „Verschollen“ die konkreten Folgen von Greenwashing und Desinformation im Amazonasgebiet. Schauspieler Axel Milberg verkörpert in „Verschollen“ einen Vater, der im Regenwald nach seinem Sohn sucht und dabei auf ein internationales Netzwerk aus Korruption und betrügerischem Handel mit CO₂-Zertifikaten stößt.

Medienkompetenz als Bildungsauftrag

In einer begleitenden Enthüllungsdokumentation zum Spielfilm beleuchtet Daniel Harrich die realen Hintergründe des globalen Handels mit CO₂-Zertifikaten. Dies ist Anlass genug, im Sinne des Bildungsauftrags der Jugendherbergen die Medienkompetenz junger Menschen in den Fokus zu rücken. Unter der Federführung von Daniel Harrich lud der DJH-Landesverband Rheinland deshalb rund 60 Schülerinnen und Schüler des Hollenberg-Gymnasiums Waldbröl zu einem Medien-Workshop ein. Unter dem Titel „Was macht investigativen und qualitätsorientierten Journalismus aus?“ setzten sich die Jugendlichen intensiv mit Fake News, Pressefreiheit und der Glaubwürdigkeit von Medien auseinander. Die Teilnehmenden recherchierten die Hintergründe zu Protesten indigener Gruppen anlässlich der COP30 in Brasilien und diskutierten den Einfluss globaler Klimapolitik. Unterstützt wurden sie dabei von Prof. Dr. Klemens Laschefski, wissenschaftlicher Berater des Films und Experte für politische Ökologie in Brasilien.

„Panarbora ist der perfekte Ort, um mit jungen Menschen in den Austausch zu treten, Fragen zu stellen, zuzuhören, Denkanstöße zu geben und über unsere Zukunft zu sprechen.“

Daniel Harrich, Autor und Regisseur des Klima-Thrillers „Verschollen“

Rundgang, Preview und Podiumsdiskussion

Nach einem gemeinsamen Rundgang begrüßte Ludwig B. Lühl, Vorsitzender des DJH-Landesverbandes Rheinland und Alexander Bickel, Programmleiter Fiktion beim WDR, die geladenen Gäste. Der Preview des Thrillers folgte eine Podiumsdiskussion, moderiert von Thomas Reutter, Redakteur beim SWR: Filmemacher Daniel Harrich, Schauspieler Axel Milberg, Prof. Dr. Klemens Laschefski (wissenschaftlicher Berater) und Marie Kaub vom WDR-Rundfunkrat sprachen dabei über investigative Filmkunst, journalistische Verantwortung und den Mut, unbequeme Wahrheiten auszusprechen.

1. Reihe: Gelungene Preview: Zur Premiere des ARD-Fernsehfilms „Verschollen“ begrüßte der Vorsitzende des DJH-Landesverbandes Rheinland, Ludwig B. Lühl (Bild links), die geladenen Gäste.
2. Reihe: Klimawandel – heiß diskutiert: Nach der Preview diskutierten (rechtes Bild v.l.n.r.) Axel Milberg (Schauspieler), Prof. Dr. Klemens Laschefski (wissenschftlicher Berater), Marie Kaub (WDR-Rundfunkrat) und Daniel Harrich mit dem SWR-Redakteur Thomas Reutter über die Relevanz und die Brisanz des investigativen Journalismus im Zusammenhang mit dem Klimawandel.
3. Reihe: Über den Wipfeln: (rechtes Bild v. l. n. r) Daniel Harrich, Ludwig B. Lühl, Thomas Reutter, Axel Milberg, Prof. Dr. Klemens Laschefski und Marie Kaub auf dem Baumwipfelpfad; mittiges Bild: Axel Milberg im Interview mit Cathrin Arnemann, Leiterin Marketing & Vertrieb im DJH Landesverband Rheinland; (Bild links): Daniel Harrich, Axel Milberg, Prof. Dr. Klemens Laschefski und Marie Kaub.
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