Hoher Besuch aus dem NRW-Landtag
„Nordrhein-Westfalen ist lebenswerte Heimat und nachhaltige Urlaubsregion. Unser Land punktet mit zahlreichen Outdoor-Angeboten und vielfältigen Wandermöglichkeiten. Wer die Schönheit unseres Landes erleben will, kommt am Bergischen Land nicht vorbei.“
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst
Auf seiner Sommerreise durch das Bergische Land besuchte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst am 8. August 2024 auch die Jugendherberge Waldbröl „Panarbora“. Im Mittelpunkt seiner Reise stand der Austausch mit den Menschen und Unternehmer*innen in der Region. Unter seinen Gesprächspartnern waren auch Ludwig B. Lühl, Vorsitzender des DJH-Landesverbands Rheinland, der stellvertretende Geschäftsführer Steffen Minas und Panarbora-Waldhüter Patrick Mielke. Sie begrüßten Ministerpräsident Hendrik Wüst im Naturerlebnispark, der mit seinem barrierefrei zugänglichen Aussichtsturm und Baumwipfelpfad jährlich mehrere zehntausend Tagesgäste anzieht. Oben angekommen, genoss der Ministerpräsident den Panoramablick über das Bergische Land und ließ es sich bei einem Rundgang über den Baumwipfelpfad auch nicht nehmen, einige der Lernstationen auszuprobieren. „Panarbora“, so Steffen Minas beim anschließenden Empfang, „ist nicht nur ein Ausflugsziel, sondern ein erlebnispädagogischer Lernort. Kinder wie Erwachsene profitieren von der einmaligen Kombination aus Naturerlebnis und außergewöhnlichen Übernachtungsmöglichkeiten, flankiert von Angeboten und Programmen, die den Wald und die heimische Pflanzen- und Tierwelt näherbringen, aber auch Fragen zum Klimawandel aufwerfen.“ Das wohl exotischste Tier ist ein vietnamesisches Hängebauchschwein, das erfolgreich in der pädagogischen Arbeit eingesetzt wird. Ministerpräsident Hendrik Wüst zeigte sich beeindruckt von seinem Besuch in der Jugendherberge Panarbora und fand, er müsse unbedingt einmal mit seiner Tochter dorthin zurückkehren.
NRW-Bildungsministerin
Blickt man vom Tagungsraum „Heinrich Heine“ über den Rhein, fällt einem gleich der Arbeitsplatz von NRW-Bildungsministerin Dorothee Feller ins Auge: das Gebäude des NRW-Landtags. Am 21. Februar 2024 war die Ministerin für Schule und Bildung NRW dort jedoch nicht anzutreffen. Stattdessen war sie zu Gast bei „Heinrich Heine“ in der Jugendherberge Düsseldorf. Dort tauschte sie sich auf einer Fachtagung mit den Mitgliedern des Stiftungsnetzwerkes Bildung in Nordrhein-Westfalen aus. Oliver Mirring, Geschäftsführer des DJH-Landesverbands Rheinland, ließ es sich nicht nehmen, Ministerin Feller und alle Teilnehmenden am modernen Tagungstreffpunkt persönlich zu begrüßen. Im Anschluss diskutierte Ministerin Feller mit den 60 Teilnehmenden intensiv über den Beitrag zivilgesellschaftlicher Initiativen im Bildungssektor.
Besuch aus dem Ländle
Vom 20. bis 22. September traf sich der Vorstand des DJH-Landesverbands Baden-Württemberg zu einer Klausurtagung in der Jugendherberge Köln-Riehl. Für den Vorsitzenden Ludwig B. Lühl, den stellvertretenden Vorsitzenden Cornel Hüsch und den Geschäftsführer Oliver Mirring ein willkommener Anlass, sich mit den Kolleg*innen aus Süddeutschland über die strukturelle Entwicklung beider Verbände sowie die nachhaltige Entwicklung des Deutschen Jugendherbergswerks auszutauschen. Zum Zeichen der freundschaftlichen Verbundenheit beider Verbände pflanzten die Vorsitzenden Dr. Susanne Pacher und Ludwig B. Lühl auf dem Gelände der Jugendherberge Köln-Riehl eine Linde. In ihrer Symbolik hat die Linde einen besonderen Stellenwert für uns Menschen. Sie gilt als Baum der Gemeinschaft und steht für den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft und damit stellvertretend auch für den Kerngedanken der Jugendherbergsidee.
„Tschö“ Köln, „Jode Dach“ Düsseldorf
„Ich freue mich auf die neue Herausforderung. Weil ich mich persönlich weiterentwickeln kann und zugleich die Zukunft des Verbandes aus einer neuen Position heraus aktiv mitgestalten kann. Das DJH ist ein toller Arbeitgeber, der mir viele Möglichkeiten bietet, daran möchte ich weiterhin teilhaben.“
Steffen Minas,
stellv. Geschäftsführer des DJH-Landesverbands Rheinland
Anfang Januar 2024 hieß es für Steffen Minas umziehen – und zwar aus dem Büro seiner „geliebten“ Jugendherberge Köln-Riehl in die Zentrale des DJH-Landesverbands Rheinland.
In Anbetracht zahlreicher, die Gesellschaft wie die Wirtschaft betreffender Herausforderungen steht er der Geschäftsführung zur Seite und unterstützt Oliver Mirring mit seiner Expertise bei der Umsetzung notwendiger Transformationen. Sein Ziel ist es, an der zukunftssicheren Aufstellung des DJH-Landesverbands Rheinland mitzuarbeiten.
Besondere Akzente kann er etwa bei den Themen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und Inklusion setzen. Dabei hilft ihm unter anderem seine „Innensicht“, die er als Leiter der Jugendherberge Köln-Riehl in den vergangenen elf Jahren erlangt hat. Aus dieser Zeit nimmt Steffen Minas die Erfahrung mit, dass die Zusammenarbeit der Jugendherbergen untereinander, die Unterstützung der Verbandszentrale und das Miteinander aller Partner*innen ein starkes und verlässliches Netzwerk bilden. Gute Voraussetzungen, findet Minas, um die Herausforderungen der Zeit zu meistern.
Herzensthema Inklusion am Arbeitsplatz
Ganz besonders zum Thema Inklusion am Arbeitsplatz kann Steffen Minas seine langjährigen Erfahrungen aus der Praxis in der Jugendherberge Köln-Riehl einbringen. 2022 machte die Jugendherberge, die in Zusammenarbeit mit „ProjektRouter gGmbH“ seit Jahren Mitarbeitende mit Inklusionshintergrund beschäftigt, in Kooperation mit dem Kölner Verein „mittendrin e.V.“ auf sich aufmerksam. Menschen mit geistigen Beeinträchtigungen absolvieren im Rahmen eines Modellprojekts eine duale Ausbildung und erhalten damit eine echte Chance auf dem ersten Arbeitsmarkt. Hinzu kommt: Minas ist Mitgründer des Vereins „Inklusives Unternehmensnetzwerk e.V.“, in dem sich mittlerweile 16 Unternehmen für den Abbau von Barrieren am Arbeitsplatz engagieren. Nähere Informationen finden Interessierte auf der Seite www.inklusives-unternehmensnetzwerk.de.
Weltrekord „auf Panarbora“
Innerhalb von 12 Stunden absolvierte der 40-jährige Anthony-Peter Konrad 2.924 Höhenmeter, dabei legte er mehr als 43 Kilometer zurück – und damit weit mehr als sein angestrebtes Ziel von 2.500 Höhenmetern. Für den offiziellen Weltrekordversuch hatte das „Rekord-Institut für Deutschland“ (RID) eigens eine neue Kategorie geschaffen und ausgearbeitet.
Mit dem sportlichen Extremprojekt wollte Konrad nicht nur eine herausragende Leistung erbringen, sondern auch auf das Projekt „Hörst du mich?“ des Caritasverbands Siegen-Wittgenstein e.V. aufmerksam machen. Das Projekt bietet seit 2017 Begleitung und Hilfe für Kinder an, deren Eltern lebensbedrohlich erkrankt sind. Die Jugendherberge und der Naturerlebnispark freuen sich, dass Anthony-Peter Konrad seinen Weltrekordversuch an ihrem Wahrzeichen gemeistert hat – zumal er damit ein wichtiges soziales Projekt unterstützt. Herzlichen Glückwunsch! Im Beisein von Bürgermeisterin Larissa Weber durfte sich Anthony-Peter Konrad im Nachgang des Laufs in das Goldene Buch der Stadt Waldbröl eingetragen.
Der offiziell vom Rekord-Institut für Deutschland (RID) anerkannte Rekordversuch hatte von Konrad verlangt, insgesamt 2.500 Höhenmeter zurückzulegen – das heißt: den Aussichtsturm mindestens 37-mal hinauf und hinunter zu laufen. Um möglichst wenig wertvolle Zeit mit den erlaubten Pausen zu verlieren, nahm Konrad Nahrung und Getränke während des Laufens zu sich. Diese Taktik ging auf, so dass RID-Rekordrichter Maik Kaufmann aus Wuppertal am Ende des Tages die neue Bestleistung zertifizieren und dem erschöpften, aber glücklichen Siegener seine RID-Rekordurkunde überreichen konnte. Neben Vertreter*innen der Presse waren auch Waldbröls Bürgermeisterin Larissa Weber und Reinhard Grüber, Ehrenvorsitzender des Verschönerungsvereins Waldbröl, zum Aussichtsturm gekommen, um dem erfolgreichen Sportler persönlich zu gratulieren.
Fußballfieber im Rheinland
Während der Fußball-Europameisterschaft vom 14. Juni bis zum 14. Juli 2024 verwandelte sich das Rheinland in ein buntes Meer aus Fahnen, Jubel und Gänsehautmomenten. In den Straßen und Stadien herrschte eine mitreißende Atmosphäre, die Fans aus ganz Europa zusammenbrachte. Alleine in Köln und Düsseldorf fanden zehn Partien statt, zehn weitere in Dortmund und Gelsenkirchen. Und weil die Wege in NRW kurz sind und die Jugendherbergen im Rheinland verkehrsgünstig liegen, übernachteten dort Fußballfans aller Altersgruppen, tauschten sich über ihre Lieblingsteams aus und erlebten unvergessliche Gemeinschaftsmomente – von gemeinsamen Public-Viewing-Abenden in der Jugendherberge Düsseldorf bis zu spontanen Kicker-Turnieren auf dem Kleinspielfeld der Jugendherberge Essen.
Insgesamt führten die 20 Begegnungen der Fußball-EM, die in NRW ausgetragen wurden, zu überdurchschnittlichen Zuwächsen ausländischer Gäste. Rund 370.000 zusätzliche Übernachtungen, so die amtliche Statistik, generierte das Land NRW im Juni und Juli 2024 aus den EM-Teilnehmerländern. Besonders stark vertreten waren die Fans aus England, Schottland und den Niederlanden, deren Fan-Choreografien Tausende zum Mitmachen anregten.
Deutsche Fußball Route NRW: Radtour-Erlebnis für Fans
Nachbefragungen von Nielsen Sports ergaben zudem, dass 97 % der Gäste Deutschland wieder besuchen wollen. Das Fußball-verrückte Bundesland NRW eignet sich dazu ganz besonders, denn von Aachen nach Bielefeld führt eine 800 km lange Themenradroute, die bedeutende Stationen des Fußballs in NRW miteinander verbindet.
Dazu gehören unter anderem Aachen, Köln, Düsseldorf, Duisburg, Wuppertal und Essen, in denen sich die rheinischen Jugendherbergen als ideale Übernachtungsmöglichkeit anbieten. Alle Häuser sind zudem vom ADFC als Bett & Bike-Jugendherberge zertifiziert und bieten einen besonderen Service für Radfahrende. Die Jugendherbergen im Rheinland sind also auch außerhalb internationaler Großevents bestens auf Fußballfans vorbereitet.
Königliche Spiele
Vier Tage lang herrschte vom 26. bis zum 29. Dezember 2024 in der Jugendherberge Düsseldorf eine außergewöhnliche Mischung aus angespannter Stille und ehrgeizigem Wettkampfgeist. Denn kurz vor dem Jahreswechsel traten dort 160 Kinder im Grundschulalter aus ganz Deutschland zur Deutschen Vereinsmeisterschaft im Schach an. Insgesamt 40 Mannschaften und ihre Begleitteams waren dazu aus ganz Deutschland angereist. Von Hamburg bis Freising und von Berlin bis Dresden waren sie nach Düsseldorf gekommen, um die Jugendherberge für vier Tage zum Zentrum des strategischen Denksports zu machen.
Nach 2021 war es bereits das zweite Mal, dass das Turnier der unter Zehnjährigen in Düsseldorf stattfand. Dazu hatten die Ausrichter die Jugendherberge exklusiv gebucht. Das heißt: Alle Tagungsräume waren belegt und alle 338 Betten für Schachspielende, Eltern, Trainerinnen und Trainer sowie weitere Begleitende reserviert. Die Mahlzeiten waren abgestimmt auf den Wettkampfplan und drinnen wie draußen alle Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung non-stopp im Einsatz. „Die Tischtennisplatten der Jugendherberge wurden gut genutzt“, sagt Jan Werner. Ansonsten hätten die Teilnehmenden die freie Zeit verwendet, um ihre aufgezeichneten Spiele zu analysieren. „Die sind alle echt schachverrückt“, so Jan Werner, Vorsitzender des Düsseldorfer Schachklubs 1914/25.
„Laut geht’s da nur in den Pausen zu. Dann toben die Kinder draußen im Hof.“
Ralph Buchholz, Jugendwart des Düsseldorfer Schachklubs 1914/25 e.V.
Schach als anspruchsvoller Wettkampfsport
Mit fast 400 Schachgästen gehörte die Deutsche U10-Mannschaftsmeisterschaft zu den großen bundesdeutschen Schachereignissen des Jahres 2024. Am Ende drei konzentrierter Wettkampftage stand fest: Die Veranstaltung war ein voller Erfolg und zeigte eindrucksvoll, wie sehr Kinder auch im Sozialen von diesem anspruchsvollen Sport profitieren können. Denn zum Wesen des Schachspiels gehört es, sich im fairen Wettkampf zu messen und nicht nur den Beginn, sondern auch das Ende jeder Partie mit einem Handschlag zu besiegeln. Insofern passte die Veranstaltung hervorragend in eine Jugendherberge, denn das faire Miteinander in der Gemeinschaft ist ein zentrales Ziel der Jugendherbergsidee. Den Pokal im „Spiel der Könige“ errangen nach etlichen spannenden Partien die Schachfreunde Heidelberg. Und auch diejenigen, die nicht gewonnen haben, haben in der Jugendherberge Düsseldorf eine tolle Zeit mit Gleichgesinnten verbracht.
Ein DJH-Kaffeelöffel auf Reisen
„Dieses Löffelchen erinnert mich auf jeder Reise mit meiner Frau an die vielen Aufenthalte in Jugendherbergen.“
DJH-Mitglied Heiner Reuters aus Aachen
Wahrscheinlich kennen wir alle diesen Wusch, uns an besonders schöne Momente besonders lange erinnern zu wollen. So sammeln wir nicht nur Eintrittskarten oder Restaurant-Bons, sondern nehmen hin und wieder auch Souvenirs „mit“. Zuckertütchen aus italienischen Bars, Streichhölzer aus französischen Cafés und Salzstreuer aus griechischen Tavernen sind auf diese Weise schon um die halbe Welt gereist – oder eben Kaffeelöffelchen. Ein solches hat jedenfalls DJH-Mitglied Heiner Reuters zu Hause, der in den 1950er- und 60er-Jahren mit seiner Frau häufig zu Gast in Jugendherbergen war und es bei einem dieser Besuche mitgenommen hatte. Seitdem benutzt er es zum Portionieren, wenn er mit seiner Frau unterwegs ist und Kaffee oder Tee zubereitet. Denn: „Instantkaffee und Teebeutel kommen bei uns nicht in die Tasse.“
Mittlerweile 83 Jahre alt, adressierte Heiner Reuters im August 2023 eine E-Mail an unser Service-Center in Düsseldorf, in der er den Verbleib des Kaffeelöffelchens aufklärte. Er wolle es gerne behalten, so schrieb er, mit einer Spende von 20 Euro jedoch seine Schuld kompensieren. Niemand im DJH-Landesverband Rheinland hat auch nur eine Sekunde erwogen, das Löffelchen zurückzuverlangen. Die Spende haben wir dankend angenommen und uns sehr über diese Geste gefreut. Mehr noch haben wir uns aber über die Geschichte gefreut, die wirklich neugierig machte: Wo ist dieses Kaffeelöffelchen aus dem Rheinland wohl schon überall gewesen?
Hilfe erleben, Hilfe leisten
„Aus der Idee, den evakuierten ukrainischen Kindern und Jugendlichen der Jugendherberge Wuppertal eine Reise zu ermöglichen, ist ein dreitägiges Teamerlebnis geworden, das alle Beteiligten näher zusammengebracht hat.“
Jascha Rasky, Leiter der Jugendherberge Gemünd Vogelsang
Hilfe leisten, wo Not herrscht: In diesem Geist bieten die Jugendherbergen im Rheinland immer wieder ihren Möglichkeiten entsprechend ihre Partnerschaft an. So konnten 2022 direkt nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 70 Kinder und deren Betreuer*innen aus einem Kinderheim in Kiew in der Jugendherberge Wuppertal untergebracht werden. Da der Krieg bis heute andauert, leben die Kinder im Alter von 6 bis 19 Jahren mit ihren Betreuer*innen noch immer in der Jugendherberge Wuppertal, sind dort gut integriert, lernen die deutsche Sprache und gehen teilweise zur Schule.
Einladung in die wilde Eifel
Nach der Flutkatastrophe 2021 hatte das Team der Jugendherberge Gemünd Vogelsang selbst erfahren können, wie wohltuend und motivierend unkomplizierte Hilfe in einer Krise sein kann. Vor diesem Hintergrund entstand während der Vorbereitungen zur Wiedereröffnungsfeier der Jugendherberge im Oktober 2022 die Idee, selbst Hilfe zu leisten und der ukrainischen Kindergruppe einen Ausflug in die Eifel zu ermöglichen. Auch Bernd Claessen, Regionalmanager im DJH-Landesverband Rheinland und aktiver Unterstützer der Initiative, freute sich, als es Ende Januar 2023 dann soweit war. Die Leiterin der Jugendherberge Wuppertal, die ukrainischen Betreuer*innen und Kinder machten sich auf den Weg in ein abenteuerreiches Wochenende.
Auf dem Programm standen die Erlebnisausstellung „Wildnis(t)räume“ im Nationalpark-Zentrum Vogelsang IP, Spiele für die Kleineren und eine abendliche Disco für die Älteren. Die wohl eindrücklichste Erfahrung machte die Gruppe jedoch beim gemeinsamen Seilklettern. Corinna Wendel, Leiterin der Jugendherberge Wuppertal, erinnert sich: „Andere zu sichern und sich darauf zu verlassen, selbst gesichert zu werden, war eine neue Erfahrung für viele. Weder die Kinder noch die Betreuerinnen und Betreuer hatten ein Teamtraining dieser Art bisher erlebt. Trotzdem haben sich alle den Herausforderungen gestellt, sie gemeistert und am Ende ein großes persönliches Erfolgserlebnis mitgenommen. Das war einmalig mitzuerleben! Nach erlebnisreichen Tagen sind wir voller neuer Eindrücke und Erfahrungen nach Wuppertal zurückgekehrt. Ich bin mir sicher, dass sich auch die Kinder noch lange und gerne an diesen Aufenthalt erinnern werden.“
Konzipiert und betreut wurde das Programm von Transparenz NRW, einem langjährigen Programmpartner der Jugendherbergen im Rheinland, der auf erlebnispädagogisch betreute Bildungsreisen spezialisiert ist.
Obwohl an eine Rückkehr der ukrainischen Kinder in ihre Heimat auch nach mehr als 2 Jahren Krieg nicht zu denken ist, werden 2024 viele von ihnen aus ihrem vorübergehenden Zuhause in Wuppertal ausziehen und anderweitig betreut, so dass die Jugendherberge Wuppertal ab Mai 2024 auch wieder für Gäste geöffnet werden kann.
Zuhause bei Freunden
Vom 09. bis 16. September feierten die Invictus Games 2023 (IG23) in Deutschland Premiere. Bei diesem internationalen Sportereignis treten verletzte, verwundete und erkrankte Soldatinnen und Soldaten in freundschaftlichen Wettkämpfen gegeneinander an. Erstmals fanden die Invictus Games 2014 in London statt, 2023 kam diese außergewöhnliche Sportveranstaltung nach Düsseldorf.
In dieses Sportereignis war auch die Jugendherberge Düsseldorf unmittelbar involviert – denn dort hatte die Bundeswehr bereits vor Beginn der Wettkämpfe ein „Back-Office“ eingerichtet. Drei Wochen lang hatte sie die Jugendherberge exklusiv gemietet, um von dort aus unter anderem das internationale Volunteer-Team zu koordinieren. Check-In-Zelte, T-Shirts und anderes Equipment: Als die Spiele begannen, lief dank der 320 freiwillige Helfer*innen und Soldat*innen, die während der gesamten Zeit in der Jugendherberge Düsseldorf wohnten, alles wie am Schnürchen. Die veranstaltungserfahrenen Mitarbeitenden der Jugendherberge waren dauerhaft im Einsatz, um ihren Gästen den Rücken freizuhalten. Sie standen nicht nur bei der Kick-Off-Veranstaltung und den abendlichen Grillevents mit Rat und Tat zur Seite, sie unterstützten, wo es nur ging.
Besonders gefreut haben sie sich deshalb über die Einladung der Invictus Games-Organisatoren, die Wettkämpfe in der Merkur-Spiel-Arena zu besuchen. Sie haben sich von dem Spirit der Spiele anstecken lassen, Wettkämpfe live erleben können, einen Blick hinter die Kulissen geworfen und sogar Athleten und Athletinnen persönlich kennengelernt.
„Wir durften für einen Tag in die wundervolle und positive Atmosphäre dieses besonderen Events eintauchen, haben uns verschiedene Wettkämpfe angeschaut und viele Volunteers und Athlet*innen getroffen. Jede*r hatte eine bewegende Geschichte zu erzählen und hat uns gerne daran teilhaben lassen. Wir sind uns alle einig, dass dieses Ereignis etwas ganz Besonderes für uns alle war.“
Victoria Baszka, stell. Rezeptionsleiterin der Jugendherberge Düsseldorf
Die integrative Kraft des Sports
Zu den Invictus Games 2023 reisten 513 versehrte Militärwettkämpfer*innen aus 21 Nationen mit „Family & Friends“ in die NRW-Landeshauptstadt Düsseldorf. Ziel der Spiele ist es, die sowohl körperlich als auch seelisch verwundeten Menschen durch die Integrationskraft des Sports zur sozialen Teilhabe zu motivieren und ihre Rehabilitation zu fördern. In der Merkur-Spiel-Arena rangen die Wettkämpfer*innen dann in zehn Disziplinen um Medaillen – darunter Bogenschießen, Leichtathletik und Schwimmen, Rollstuhl-Basketball, Sitzvolleyball und Indoor-Rudern. Nach sechs Tagen mit insgesamt 229 Wettkämpfen und 140.000 begeisterten Zuschauer*innen bestätigte sich die Hoffnung, die Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius bei seiner Eröffnungsrede geäußert hatte: dass die Düsseldorfer Spiele zu einem internationalen Fest des Optimismus arrivieren und innere Stärke generieren.
Erfolgreicher Start ins Berufsleben
„Die Einführungswoche in Düsseldorf hilft unseren Ausbilder*innen, die jungen Menschen nicht nur fachlich, sondern auch als Persönlichkeiten kennenzulernen, ihre sozialen Kompetenzen, ihre Haltungen und ihre Teamfähigkeit einschätzen zu lernen und letztlich auch zu sehen, ob die „Chemie“ auf allen Ebenen stimmt.“
Heiko Kenkmann, Industriemeister Chemie und Teamleiter Ausbildung, Evonik Industries AG, Marl
Jedes Jahr fahren die Ausbilder*innen der Evonik Industries AG mit allen neuen Auszubildenden am Standort Marl auf eine einwöchige Kick-off-Veranstaltung in die Jugendherberge Düsseldorf. Auch 2023 machten sie sich mit 270 jungen Menschen auf den Weg. Damit ihre Gruppe dort den größtmöglichen Freiraum genießen kann, buchten die Organisatoren Rainer Steinkamp und Heiko Kenkmann die Jugendherberge Düsseldorf exklusiv. Denn dass diese Fahrt viel mehr ist als der vergnügliche Auftakt einer Ausbildung, wissen die beiden nur zu genau: Sie verbringen dort eine Woche, damit „ihre“ Azubis sich kennenlernen, als Kolleg*innen von morgen vernetzen, gesellschaftlich relevante Themen besprechen und als Team zusammenwachsen. In Düsseldorf geht es also um Social Skills und um Themen, die über die Lerninhalte der Berufsschule hinausgehen.
„Wir suchen hier den ganz klassischen Gruppenflair, die Interaktion in der Gruppe. Wir sitzen draußen im Stuhlkreis und sprechen über Diversity – dazu brauchen wir keine Power-Point-Folien. Wahrscheinlich sind wir genau deswegen hier: Weil wir hier alle in einem Haus zusammen sind und die Möglichkeit haben, zusammenzusitzen.“
Rainer Steinkamp, Industriemeister Chemie und Teamleiter Ausbildung, Evonik Industries AG, Marl
Auf dem Programm: Soziales Lernen
Als im September die Busse aus Marl in der Jugendherberge Düsseldorf ankamen, hieß es für die Azubis eine Woche lang: mehr über Social Media und Nachhaltigkeit erfahren, vorurteilsfrei über Diversity sprechen und ganz wichtig: Aufgaben als Team lösen. Allesamt Themen, die abseits des Lehrplans im Unternehmenskontext und für die persönliche und soziale Entwicklung junger Menschen wichtig sind. „Viele unserer Azubis“, so Rainer Steinkamp, „waren nie auf Klassenfahrt. Und jetzt sind sie mit fünf bis sechs fremden Leuten in einem Zimmer und müssen sich da connecten. Sie teilen das Zimmer, ohne die Eigenarten der jeweils anderen zu kennen. Jede*r ist auch körperlich anders drauf, muss aber mit den anderen ein Badezimmer teilen. Das ist aber genau die Interaktion, die soziales Lernen auslöst. Oder beim Mittagessen. Hier geht es um Ordnung und Sauberkeit. Für andere ein Tablett zu holen, den Teller zu nehmen, einen Nachtisch mitzubringen oder einen Saft zu holen. An andere zu denken, Fehler zu akzeptieren oder Ähnliches sind soziale Kompetenzen, die wir auch in der Arbeitswelt brauchen.“
Als Gemeinschaft zusammenfinden
Das Programm gestalteten die Ausbilder*innen weitgehend selbst, eine Team-Challenge übernahmen pädagogisch qualifizierte Programmpartner*innen der Jugendherberge. Immer wieder mussten sich die Jugendlichen dabei in neuen Gruppenkonstellationen zusammenfinden. Digitale Tools oder hybride Techniken, die heute vielfach die Tagungs- und Seminarwelt ergänzen, spielten auf der Azubi-Woche allenfalls am Rande eine Rolle, so Rainer Steinkamp: „Wir machen Teamspiele, auch die bewährten Holz-Spiele mit Turmbauten und Stecksystemen, bei denen man als Gruppe in weniger als einer Minute einzelne Elemente zusammensetzen muss. Es ist gigantisch, was da passiert, welche Dynamik dabei aufkommt, und das ist genau das, was wir herauskitzeln wollen. Das kriegen wir digital nicht hin.“
Mehr über die Intention und das Ausbildungskonzept erzählten Rainer Steinkamp und Heiko Kenkmann in einem Interview, das während der Azubi-Woche entstand und das hier nachzulesen ist.






































