Nachhaltigkeit sichtbar machen
„Nachhaltigkeit ist kein Ziel, sondern ein Weg, den man gemeinsam geht.“
Pionierarbeit für eine nachhaltige Zukunft
Der DJH-Landesverband Rheinland übernimmt eine Vorreiterrolle: Als erster Landesverband des Deutschen Jugendherbergswerks hat er einen umfassenden Nachhaltigkeitsbericht erstellt – nach den Kriterien des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK). In der Erklärung wird dokumentiert, wie Nachhaltigkeit strategisch verankert und praktisch umgesetzt wird – transparent, strukturiert und messbar.
Was ist der DNK – und warum ist er wichtig?
Der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK) ist ein branchenübergreifender Berichtsstandard, der von Unternehmen, Verbänden und öffentlichen Einrichtungen genutzt wird, um ihr Nachhaltigkeitsengagement transparent und vergleichbar darzustellen. Auch der DJH-Landesverband Rheinland veröffentlicht seine Leistungen in der DNK-Datenbank – und macht damit sein umfassendes Engagement für hochwertige Bildung, Maßnahmen zum Klimaschutz und Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen sichtbar. Denn über den Umwelt- und Naturschutz hinaus fühlt sich der Landesverband seinem gemeinnützigen Satzungsauftrag verpflichtet: Das Werteversprechen eines respektvollen Miteinanders, einer lebenswerten Zukunft und inklusiver Bildung prägt alle Angebote und Programme. Der DNK bietet nun erstmals eine anwenderfreundliche Plattform, um diese Haltung systematisch zu dokumentieren.
Verantwortung für kommende Generationen
Nachhaltiges Handeln ist seit über 100 Jahren Teil der DJH-Identität. Umweltbildung, Ressourcenschonung und gesellschaftlicher Zusammenhalt sind in der Satzung verankert. Die DNK-Erklärung macht dieses Engagement nun systematisch sichtbar – und definiert klare Ziele für die Zukunft der 32 Jugendherbergen im Rheinland.
Konkret umgesetzt – erste Maßnahmen
Im Jahr 2023 wurden erste Photovoltaikanlagen installiert, mittlerweile erzeugen sechs Häuser eigenen Strom. Verpackungsmüll wurde reduziert, Lunchpakete sind plastikfrei, und das vegetarische Speisenangebot wurde erweitert. Energie- und Abfallverbräuche werden systematisch erfasst – Wasser und Wärme folgen. Nachhaltigkeit wird als kontinuierlicher Verbesserungsprozess verstanden, nicht als Einzelprojekt.
Soziale Nachhaltigkeit: Vielfalt fördern, Chancengleichheit schaffen
Herkunft, Geschlecht, Alter, Religion oder Beeinträchtigungen beeinflussen weder Bezahlung noch Entwicklungsmöglichkeiten. Mitarbeitende gelten als zentraler Erfolgsfaktor – entsprechend wird in Fortbildung, Führungskräfteentwicklung und flexible Arbeitsmodelle investiert. Seit 2020 ist mobiles Arbeiten für Verwaltungsmitarbeitende möglich. In der Jugendherberge Köln-Riehl arbeiteten im Jahr 2023 17 Menschen mit Beeinträchtigung. Zudem beteiligte sich die Jugendherberge im Jahr 2022 an dem bundesweit einmaligen Modellprojekt „Ausbildung mittendrin“ und ermöglichte drei jungen Menschen mit dem Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“ den Start einer dualen Ausbildung. Ziel ist es, diesen Anteil zu verdoppeln. Dafür wurde ein Inklusives Netzwerk gegründet. Auch darüber hinaus ist Vielfalt sichtbar: Im Berichtsjahr prägten 28 Auszubildende, über 160 Mitarbeitende aus verschiedenen Nationen sowie mehr als 300 Beschäftigte über 50 Jahren das Arbeitsumfeld in den Jugendherbergen im Rheinland. Besonders hervorzuheben ist der Frauenanteil in Führungspositionen: Er lag bei knapp 68 Prozent.
Menschenrechte achten – ohne Ausnahme
Gesellschaftliche Verantwortung bedeutet auch: Null Toleranz gegenüber der Missachtung von Menschenrechten. Dieses Prinzip ist Teil der Unternehmenskultur, des Leitbilds und des Verhaltenskodex – es gilt auch für Lieferanten und Partner. Beschaffungen erfolgen überwiegend regional; faire Arbeitsbedingungen entlang der Wertschöpfungskette sind Maßstab. Die Einhaltung nationaler und europäischer Standards wird regelmäßig geprüft. Ein Hinweisgebersystem hilft, potenzielle Verstöße frühzeitig zu erkennen und zu beheben – als Bestandteil eines glaubwürdigen Nachhaltigkeitsverständnisses.
Zukunft gestalten – gemeinsam, Schritt für Schritt

Die komplette DNK-Erklärung des DJH-Landesverbands Rheinland gibt es online in der DNK-Datenbank.
Jugendherbergen der Zukunft gestalten
„Transformation ist ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit und fest im DJH-Landesverband Rheinland verankert. Bestes Beispiel dafür ist die Jugendherberge Köln-Deutz. Hier haben wir 2024 nicht nur eine Photovoltaikanlage installiert, sondern realisieren dort auch ein neues Gestaltungskonzept.“
Kevin Schepers, Leiter der Bauabteilung im DJH-Landesverband Rheinland
Die Natur schützen, Ressourcen schonen und im Heute bereits die Jugendherbergen von übermorgen gestalten: Dies sind Selbstverpflichtungen, die schon seit über 100 Jahren in der Satzung des DJH-Landesverband Rheinland angelegt sind und sein gegenwärtiges Handeln leiten. Vom effektiven Energiemanagement über den zunehmenden Einkauf regionaler und fair gehandelter Lebensmittel bis hin zu Maßnahmen der Digitalisierung. Vom inklusiven Arbeitsplatz bis zur Resilienz stärkenden Klassenfahrt, Familien- oder Ferienfreizeit. Um auch in Zukunft flexibel und zeitgemäß auf den sich wandelnden Gästebedarf reagieren zu können, ist es notwendig, sich stets den aktuellen Herausforderungen zu stellen und Transformationsprozesse anzustoßen – ohne dabei die gelebte Tradition der Jugendherbergsidee „Gemeinschaft erleben“ aus den Augen zu verlieren.
Vorrangiges Ziel ist es, einen effizienten und nachhaltigen Betrieb sicherzustellen. Die größte Wirkung erreicht der DJH-Landesverband Rheinland durch die Kombination aus effektivem Energiemanagement und der energetischen Sanierung seiner Jugendherbergen. Mit Hochdruck setzt er dazu die Vorgaben des European Green Deal, des Erneuerbare Energiegesetzes (EEG) und des Gebäudeenergiegesetzes um. Mit Blick auf seine gesellschaftliche Verantwortung will der DJH-Landesverband Rheinland hier Vorreiter sein und konsequent daran arbeiten, bis 2030 „klimaneutral“ zu sein.
Grüne Zukunft – jetzt
Nach der klimafreundlichen Umrüstung der Jugendherberge Düsseldorf mit einer Photovoltaikanlage produzieren nun auch die Jugendherbergen Xanten, Duisburg-Sportpark, Neuss-Uedesheim, Köln-Deutz und Bad Honnef ihre eigene Solarenergie. Den erzeugten Strom nutzen die Jugendherbergen selbst, überschüssige Energie speisen sie ins Netz. Perspektivisch wird der DJH-Landesverband Rheinland auch die Speichermöglichkeit der überschüssigen Energie prüfen. Die Jugendherberge Gemünd-Vogelsang soll zudem zur ersten klimaneutralen Jugendherberge des DJH-Landesverbands Rheinland ausgebaut werden. Die Vorstufe für dieses Pilotprojekt lieferten 2024 detaillierte Untersuchungen sowie Maßnahmenpläne zum Einsatz von Photovoltaikanlagen und zur möglichen Wärmerückgewinnung. Die Erkenntnisse, die in Zusammenarbeit mit einem externen Partner erarbeitet wurden, sollen als Modell für weitere Jugendherbergen mit vergleichbaren Ausstattungsstandards dienen. In der Jugendherberge Simmerath-Rurberg begann Ende 2024 der Austausch der Ölheizung durch eine moderne Holzpelletheizung in Kombination mit einer Solarthermieanlage. Zusätzlich wurde die Beleuchtung auf energiesparende LED-Technik umgestellt. Weil jede Jugendherberge einen individuellen Energiebedarf hat, durchlaufen alle Standorte seit 2016 regelmäßige Energie-Audits, um den Ist-Zustand zu erfassen und erforderliche Energiemaßnahmen einschätzen zu können.
Nachhaltigkeitsleistungen sichtbar machen
Um zunehmend nachhaltiger zu wirtschaften, unterzieht sich der DJH-Landesverband Rheinland dem ESG-Verfahren. Ziel aller in diesem Verfahren entwickelten Maßnahmen ist es, die Jugendherbergen im Sinne einer möglichst ausbalancierten Integration von Umwelt-, Sozial- und Governance-Faktoren (ESG) nachhaltig aufzustellen. Dem DJH-Landesverband Rheinland ist es wichtig, seine Nachhaltigkeitsleistungen sichtbar, transparent und auch vergleichbar zu machen. Unter Federführung der Geschäftsführung und unter Mitwirkung von Regional-, Abteilungs- und Herbergsleitungen entstand deshalb 2024 der Nachhaltigkeitsbericht nach den Standards des Deutschen Nachhaltigkeitskodex (DNK). Als Guide stand ihnen dazu eine Unternehmensberatung zu Seite. Prüfende Gesellschaft ist der Deutsche Nachhaltigkeitskodex (DNK), der im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) den Rahmen für die Berichterstattung setzt.
Jugendherbergen neu denken
In der Geschichte des Deutschen Jugendherbergswerks ist Köln ein echter Traditionsstandort – bereits kurz nach der Gründung im Jahr 1909 entstand dort eine der ersten Jugendherbergen. Die Liste der Standorte sowie aller Neu- und Umbauten von Kölner Jugendherbergen ist lang und vielseitig. Sie reicht von der heutigen Mindener Straße über das Konrad-Adenauer-Ufer bis hin zur 1960 eröffneten Jugendherberge Köln-Deutz an der Siegesstraße. 40 Jahre später wurde dort in einen größeren Folgeneubau investiert, der 2003 eröffnet werden konnte. Heute, nochmal 20 Jahre später, ist wieder Zeit für eine umfassende Modernisierung. Vielfältig, modern und „typisch kölsch“: So lauten in Kürze die wesentlichen Gestaltungsziele, an denen sich der Umbau der Jugendherberge Köln-Deutz orientiert. 2024 hatte der DJH-Landesverband Rheinland dazu einen Workshop mit einem Innenarchitekturbüro initiiert. Entstehen soll daraus ein modernes, ganzheitliches Gestaltungskonzept, das sich durch ein „kölsches“ Design auszeichnet. Die Bauarbeiten erfolgen ab 2025 abschnittsweise bei laufendem Betrieb.
Um eine ganz neue und zukunftsweisende Idee geht es am Standort der geschlossenen Jugendherberge Kevelaer. 2024 hat der DJH-Landesverband Rheinland die Findungsphase für ein Gesamtkonzept eingeläutet, Ideen gesammelt und eine erste Projektstudie erstellt. Konsens ist, das Thema „Nachhaltigkeit“ dort in allen Bereichen umzusetzen und erlebbar zu machen – von der naturnahen Integration des Gebäudes in das umliegende Landschaftsschutzgebiet über die Energieversorgung bis hin zur Programmgestaltung.
Erlebnisse mit Mehrwert
„Bei allen Programmen steht das „Wir Gefühl“ im Vordergrund. Die Teilnehmenden kennen sich oft nicht untereinander, Kinder nehmen vielleicht erstmals allein an einer Ferienfreizeit teil. Deshalb ist es wichtig, dass jede und jeder mit einem guten, gestärkten Gemeinschaftsgefühl nach Hause zurückkehrt.“
Kirsten Schaefer, Teamkoordinatorin des Programmpartners „QUOVADIS Gesellschaft für Soziale Bildung“
Im Jahr 2023 nahmen insgesamt 4.550 Personen an 49 Familienreisen und Ferienfreizeiten teil. An den 153 Terminen waren 483 pädagogisch qualifizierte Referent*innen im Einsatz, um Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen bereichernde Selbst- und Gemeinschaftserfahrungen zu ermöglichen. Die gemeinsame Zeit in entspannter Atmosphäre hilft, den Alltag hinter sich zu lassen, neue Freundschaften zu knüpfen, soziale Kompetenzen zu erwerben und sich als Teil einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten mit ähnlichen Interessen und Abenteuerlust zu erleben.
Ferien – die schönste Zeit des Jahres
Zum Zukunftsforschenden werden, mit der VR-Brille durch digitale Welten reisen, einen Surfschein machen oder mit der ganzen Familie das Segeln lernen. Dies sind nur vier von insgesamt 49 verschiedenen Ferien- und Familienfreizeitangeboten, die die Jugendherbergen im Rheinland 2023 im Programm hatten. So spielerisch die Beschreibungen der Programminhalte auch klingen: Ihre abwechslungsreichen Aktivitäten basieren auf erlebnispädagogischen Konzepten, die Themen wie das soziale Miteinander, Bewegung, Umweltverständnis oder das Lernen „lernen“ aufgreifen und über Erlebnisse in der Gemeinschaft vermitteln. Als außerschulische Lernorte haben die Jugendherbergen dazu ein transparentes Qualitätssystem mit den drei Säulen Sicherheit, Pädagogik und Inhalt entwickelt. Seit Jahren arbeiten sie mit kooperierenden Partnerorganisationen aus der Jugend- und Erwachsenenbildung zusammen, deren Referent*innen pädagogisch geschult sind und ihre Qualifikationen regelmäßig nachweisen. Eine Referentin ist Kirsten Schaefer vom langjährigen DJH-Kooperationspartner QUOVADIS – Gesellschaft für soziale Bildung. Sie sagt: „Eltern, deren Kinder an Ferienfreizeiten teilnehmen, können darauf vertrauen, dass die Sicherheit und das Wohlbefinden ihrer Kinder während der Freizeiten an oberster Stelle stehen. Wir gehen sensibel auf ihre Bedürfnisse ein und sorgen dafür, dass alle sich wertgeschätzt fühlen und in einer vielfaltsoffenen Umgebung akzeptiert werden.“
„Die Klassiker“
Zu den beliebtesten Ferienfreizeiten gehört seit Jahren die „English Fun Week“ in der Jugendherberge Nideggen. Kirsten Schaefer wundert das nicht, denn für sie liegen die Vorzüge des Programms auf der Hand: „In der Altersgruppe trauen Kinder sich schon alleine auf eine Ferienfreizeit und die Mischung aus „Englisch sprechen, Programm und Mitbestimmung“ passt einfach. Wir klettern einmal an den Buntsandsteinfelsen in Nideggen, wo die Kinder schauen können, was sie sich zutrauen, aber zu nichts gezwungen sind. Grillen und Hütten bauen gehören ebenfalls immer dazu. Und dann können alle mitentscheiden, welche Spiele wir im Lauf der Woche machen. Oft lernen wir als Teamer*innen sogar selbst neue Spiele kennen. Und was die englische Sprache betrifft, so machen wir keine Nachhilfe-Ferien, sondern möchten, dass die Kinder die Angst vor der Sprache verlieren.“
„Meine Jungs Anton und Otto haben an der Stunt Academy teilgenommen. Beide waren mit Zimmer, Unterkunft und Essen zufrieden. Alle Betreuer*innen fanden sie super nett und total cool, um es mit den Worten der Jungs zu sagen. Als Mutter hatte ich das Gefühl, alles ist gut organisiert und die Kinder standen einfach im Mittelpunkt.“
Mutter von Anton und Otto, die an der Ferienfreizeit „Stunt Academy“ in der Jugendherberge Simmerath-Rurberg teilgenommen haben
Zu den beliebtesten Familienfreizeiten gehören die Wassersportangebote in der Jugendherberge Xanten. Direkt vor der Jugendherberge befindet sich der Südsee, wo Familien verschiedene Wassersportarten ausüben und sich gegenseitig bei der Prüfung zum Tauch-, Surf- oder Segelschein unterstützen können. Ob Segeln, Surfen, Klettern oder Wellness – Familienreisen bieten neben unvergesslichen Gemeinschaftserlebnissen auch viel Raum und Aktion, um die Bindung zwischen den Familienmitgliedern zu stärken, gemeinsame Erinnerungen zu schaffen und den familiären Zusammenhalt zu festigen. Familien entdecken gemeinsam neue Orte und meistern Herausforderungen. Dabei wechseln sie oft die Rollen, sodass Eltern ihre Kinder von einer anderen Seite kennenlernen können. Die gemeinsamen Abenteuer stärken die Beziehung und das Wohlbefinden der ganzen Familie. Es ist schön zu sehen, wie Familien durch solche Erlebnisse enger zusammenwachsen und sich gegenseitig unterstützen. „Hier sind die Eltern nicht in der Position, selbst für Programm und Unterhaltung sorgen zu müssen, sondern können gemeinsam als Familie eine gute Zeit genießen. Wir spüren, wie es sie entlastet, mal ihre Rolle als Verantwortliche zu verlassen“, meint Kirsten Schaefer.
„Die Neuen“
Neu im Programm waren 2023 die „Wald- und Wildnisdetektive“ in der Jugendherberge Windeck-Rosbach, die „Zukunftswerkstatt“ in der Jugendherberge Hellenthal und die Ferienfreizeit „Virtu-Vival“ in der Jugendherberge Monschau-Hargard. Bei Virtu-Vival verbringen die Kinder und Jugendlichen ihre Ferienzeit in einem abwechslungsreichen Offline- und Online-Mix. Aktivitäten wie Bogenschießen und Klettern erleben sie sowohl live in der Natur als auch mit der VR-Brille. Bei anderen Aktionen kommen iPads und Drohnen zum Einsatz. Für die Neukonzeption von Programmen steht in der Marketingabteilung der Jugendherbergen im Rheinland die Produktentwicklung in stetigem Austausch mit ihren Kooperationspartnern. Eine besondere Rolle spielen dabei die Möglichkeiten der jeweiligen Jugendherberge, denn die individuelle Ausstattung und das Angebot rund um die Jugendherberge sind bei der inhaltlichen Gestaltung der Programme entscheidend. So trafen sich 2023 erstmals die Wald- und Wildnisdetektive und -detektivinnen in der dafür bestens geeigneten Wald-Jugendherberge Windeck-Rosbach. Und ab 2024 startet die neue Zauberfreizeit „Mogwarts für Muggel“ mit einer magischen Zeitreise in der historischen Kulisse der Jugendherberge Monschau-Burg.

Mit Perspektive - TagungsTreffpunkt Bonn
„Für Tagungen neue Raumkonzepte und neue Formen der Begegnung anzubieten – das kann ich mir für den Standort Bonn sehr gut vorstellen und würde es gerne vorantreiben. Schließlich geht es dabei auch um die Grundidee der Jugendherbergen, Gemeinschaftserlebnisse zu ermöglichen.“
Anika Dubbelfeld, Leiterin der Tagungs-Jugendherberge Bonn
Frau Dubbelfeld, seit Februar 2023 sind Sie neue Leiterin der Tagungs-Jugendherberge Bonn. Sie kennen das Haus seit Langem, denn Sie haben dort vor Jahren Ihre Ausbildung absolviert. Was schätzen Tagungs- oder Seminargruppen besonders am Treffpunkt CITY in Bonn?
Anika Dubbelfeld: Vor unserer Haustür beginnt das Naturschutzgebiet Kottenforst, so dass man bei uns, obwohl citynah, mitten im Grünen abgeschieden und konzentriert arbeiten kann. Tagungsgäste nutzen gerne den Wald morgens für eine Joggingrunde oder die Mittagspause für einen Spaziergang. Zugleich sind wir sehr gut an die Öffentlichen Verkehrsmittel angebunden, so dass eine umweltfreundliche Anreise und ein abendlicher Ausflug in die City problemlos möglich sind. Das kommt uns zugute, denn bei Tagungen und Seminaren achten Veranstalter*innen heute mehr als früher auf den CO2-Fußabdruck. Mit der Kombination aus naturnaher Lage im urbanen Umfeld, konzentrierter Arbeitsatmosphäre und einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis treffen wir schon heute den Nerv vieler Tagungs- und Seminargruppen.
Die Jugendherberge Bonn legt Wert auf umweltfreundliches Handeln. Wie setzen Sie das Thema im Tagungsbereich um bzw. welche Anforderungen haben Ihre Gäste?
Anika Dubbelfeld: Als biozertifiziertes Haus freut es uns, dass nachhaltige Tagungs- und Verpflegungskonzepte stark nachgefragt werden, denn wir unterstützen als „Partner of Sustainable Bonn“ schon lange die Initiative, Bonn als Konferenzstandort der Nachhaltigkeit zu etablieren. In der Küche arbeiten wir weitgehend mit biozertifizierten Lebensmitteln und verwenden regionale Produkte, wo immer es möglich ist. Tagungsgebäck gibt’s lose und verpackte Portionsware sucht man bei uns vergebens. In Obstkörben liegt Bio-Ware, Tagungsgetränke wie Kaffee und Tee sind zu 100 Prozent und das Essen aktuell zu 70 Prozent Bio. Wir haben sogar Tagungsgäste, die weder Flugobst oder -gemüse essen noch extrem zuckerhaltige Soft-Drinks trinken möchten. Diesen Wünschen kommen wir natürlich nach, beziehen überwiegend regionale Produkte und bewerben unser Bio-Angebot, um gegenüber konventionellen Anbietern klar im Vorteil zu sein.
Die Tagungsbranche verändert sich. Wo sind Ihrer Meinung nach neue Strategien und Investments nötig?
Anika Dubbelfeld: Wir haben zum Beispiel das Sonderbudget, das alle Jugendherbergen 2023 erhalten haben, in hochwertige Tagungstechnik investiert. Künftig werden wir weiter in Einzel- und Doppelzimmer investieren, um die zunehmende Nachfrage danach zu bedienen. Langfristig möchten wir auch sogenannte Kombizimmer anbieten, die sich nach Gruppenbedarf flexibel belegen lassen.
Ich habe zudem die Idee, einige Tagungsräume individueller zu gestalten, um mit neuen Raumkonzepten einen anderen Austausch zu ermöglichen oder neue Formen der Begegnung anzubieten. Unser Haus ist jetzt schon prima geeignet für Veranstaltungsformate wie Bar Camps, World Cafés oder Geh-Spräche in der Natur. Das möchte ich gerne weiter vorantreiben und bin überzeugt, dass wir dadurch unser Profil schärfen und neue Gästegruppen ansprechen können. Denn: Veranstaltungsorte müssen heute einen klaren emotionalen Mehrwert bieten. Dieser Mehrwert begründet sich meiner Erfahrung nach im Erlebnisfaktor eines authentischen Ortes, an dem Menschen gerne zusammenkommen, um gemeinsam aktiv oder kreativ zu sein. Unsere nachhaltige City-Location am Waldrand erfüllt dafür jetzt schon viele Voraussetzungen.
Der Trend zu mehr Nachhaltigkeit gilt nicht nur für den Tagungsbereich. Haben Sie auch für andere Gästegruppen konkrete Zukunftsideen?
Anika Dubbelfeld: Der nachhaltige Weg, den wir schon vor Jahren eingeschlagen haben, kommt natürlich grundsätzlich allen unseren Gästegruppen zugute. Für die Schulen wollen wir ihn bezüglich der Klassenfahrten weiter ausbauen. In Planung ist deshalb, dass wir nach Mönchengladbach die zweite Jugendherberge im Rheinland werden, die das Zertifikat der Umwelt | Jugendherberge erlangt. Dieses DJH-weite Qualitätssiegel steht für Werte, mit denen sich unser gesamtes Team sehr gut identifizieren kann und die super zu einem nachhaltig arbeitenden Haus wie dem unseren passen. Unsere Jugendherberge ist zwar ein Stadthaus, doch sie liegt auch unmittelbar an einem Naturschutzgebiet. Das ist ein Mix, den auch Lehrer*innen für ihre Klassenfahrten schätzen.






















